Kurze Einführung in die Palästina-Philatelie

Teil 4: Freimarken-Aushilfsausgabe "Jerusalem II" (1920)

Bereits drei Wochen nach Ausgabe der ersten Überdruckmarken (Jerusalem I) wurde ein völlig neues Überdruck-Klischee (T5) erstellt. Wiederum enthält es die dreisprachige Landesbezeichnung, wobei allerdings der arabische Ausdruck nun 10mm (anstatt 8mm) lang ist. Die englische Bezeichnung ist unwesentlich länger (15mm statt 14.75mm), der hebräische schwankt (hauptsächlich durch die Länge des Spatiums bedingt) zwischen 13.75mm und 15mm. Der gesamte Überdruck ist nun 20mm hoch, der Abstand zwischen der zweiten und dritten Zeile beträgt 7--7.5mm.

Type 5
FLSTIN arabisch 10mm
PALESTINE englisch 15mm
PLSTINH AI hebräisch 13.75--15mm

Besonders markant für diese Ausgabe (in Abgrenzung zu der folgenden Überdruckserie ''Jerusalem III'') ist die Stellung der Anführungszeichen in der dritten Zeile: diese stehen etwas erhöht zum restlichen Text.

Das neue Überdruck-Klischee (T5) besteht aus zwei Teil-Klischees (A1, A2), welche die oberen bzw. unteren 120 Marken eines Druckbogens abdecken. Die umgekehrte Stellung (A2, A1) ist ebenfalls bekannt.

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Brief nach Österreich mit SG Nr. 42.
Stempel JERUSALEM / 5 JY / 21 (Sacher B4).
Details der Marke SG Nr. 42 von nebenstehendem Brief. Der dreieckförmige Winkel oben neben dem arab. F scheint wohl kein Plattenfehler zu sein; er wird in der mir bekannten Literatur nicht erwähnt.
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Horizontales Parr der 2m Marke, SG. Nr. 31, auf Ansichtskarte (Innenansich der Omar-Moschee) nach Turin. Stempel: JERUSALEM / 30 JU / 21. Ansichtskarte aus Tiberas nach Kairo zum Inlandstarif von 4m: SG Nr. 42.
Stempel: TIBERIAS / B / 1 MR 21 (Sacher 2).
Man beachte, daß zwischen September 1920 und September 1921 der Inlands- und Auslands-Tarif für Postkarten identisch war, d.h. je 4m betrug.

Für den Überdruck wurden die vorhandenen Marken der seit 1918 kontinuierlich weitergedruckten zweiten Ausgabe (Zeichnung T3) verwandt, so daß die dort vorhandenen Plattenfehler, Zähnungsunterschiede, Schattierungen und andere Abarten erneut vorkommen, aber auch zusätzliche neue Varianten auftauchen. Dies gilt auch für die anderen jerusalemer Überdruck-Ausgaben.

Als Abarten besonders zu erwähnen sind:

  1. Rauhe Zähnung RP (3m, 1p);
  2. Misch-Zähnung MP (alle Werte 15:14);
  3. zahlreiche Überdruck-Plattenfehler, teilweise fehlender Überdruck, Doppeldruck, vertikale und horizontale Verschiebungen, Abklatsch auf der Gummiseite.

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Bale Nr. 34G in Achterblock: Der Effekt eines (hier horizontal) verschoben Überdrucks ist deutlich zu sehen.
Abbildung: Ebay.

Die Marken wurden ab dem 22.09.1920 ausgegeben und offensichtlich nur nach Bedarf gedruckt. Somit gibt es meist keine eindeutigen Ersttage, sondern lediglich bekannte Erstverwendungsdaten (Stempelnachweis). Der letzte Wert wurde demnach erst ab Ende Juni 1921 verwandt.

SG Michel Wert Erstverw. Farbe Zeichnung Papier Wasserz. Zähnung Ü-Platten Überdr.
3015 II A1 m27.12.1920sepiaT3 a gumm.W100K 15:14A1, A2T5 S
30 a --(bright sepia)
3116 II A2 m19.11.1920blaugrünT3 agumm.W100K 15:14A1, A2T5 S
3217 II3 m27.12.1920gelbbraunT3 bgumm.W100K 15:14A1, A2T5 S
32 a--(chestnut)
3318 II A4 m27.12.1920rotT3 agumm.W100K 15:14A1, A2T5 S
33 a--(carmine scarlet)K 15:14, RP
3419 II a A5 m27.12.1920gelborangeT3 bgumm.W100K 15:14, RPA1, A2T5 S
3520 II A1 p17.06.1921s'blauT3 bgumm.W100K 15:14, RPA1, A2T5 Si
3621 II2 p18.06.1921grünolivT3 agumm.W100K 15:14A1, A2T5 S
3722 II A5 p21.06.1921d'lilaT3 agumm.W100K 15:14A1, A2T5 S
3815 II C1 m27.12.1920sepiaT3 agumm.W100K 14:14A1, A2T5 S
3916 II C2 m--blaugrünT3 agumm.W100K 14:14A1, A2T5 S
39 a--(deep bluegreen)
4018 II C4 m27.12.1920rotT3 agumm.W100K 14:14A1, A2T5 S
4119 II b C5 m27.12.1920orangeT3 bgumm.W100K 14:14A1, A2T5 S
41 a19 II a Cgelborange
4220 II C1 p17.06.1921s'blauT3 bgumm.W100K 14:14A1, A2T4 Si
42 a--(greyish indigo)
43--5 p--(purple)T3 bgumm.W100K 14:14A1, A2T5 S
43 a22 II Cd'lila

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